FST auf der ESCAPE 36 in Sheffield, UK.

03.08.2026 von

Sascha Lamm und Markus Heinbücher nahmen an der ESCAPE 36 in Sheffield teil, die 2026 unter dem Leitthema „Resilient Sustainability through CAPE“ stand. Dort brachten sie Forschungsergebnisse aus dem BMWE-geförderten Projekt REUNION zur semantischen und maschinenlesbaren Dokumentation modularer Prozessanlagen ein.

Sascha Lamm, Markus Heinbücher

Sascha Lamm und Markus Heinbücher vom Fachgebiet Fluidsystemtechnik der Technischen Universität Darmstadt nahmen vom 21. bis 24. Juni 2026 an der 36th European Symposium on Computer Aided Process Engineering (ESCAPE 36) an der University of Sheffield teil. Die ESCAPE zählt zu den etablierten internationalen Konferenzen im Bereich Process Systems Engineering und bringt Forschende, Studierende sowie Fachleute aus der Industrie zusammen, um aktuelle Entwicklungen der computergestützten Verfahrenstechnik zu diskutieren.

Unter dem Leitthema „Resilient Sustainability through CAPE“ beschäftigte sich die diesjährige Konferenz mit der Frage, wie computergestützte Methoden zu resilienten und zugleich nachhaltigen Prozess- und Produktionssystemen beitragen können. Im Mittelpunkt standen unter anderem fortgeschrittene Modellierungs- und Simulationsverfahren, mathematische Optimierung sowie datenbasierte Entscheidungsunterstützung. Diese Werkzeuge sollen dabei helfen, effiziente und anpassungsfähige Systeme zu entwickeln, die auch unter unsicheren Rahmenbedingungen zuverlässig funktionieren und gleichzeitig ihre Umweltauswirkungen reduzieren.

In diesem fachlichen Umfeld brachten Sascha Lamm und Markus Heinbücher aktuelle Forschungsergebnisse aus dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Projekt REUNION – Vernetzter Demonstrator-Verbund für optimierte Prozessketten ein. Das Projekt untersucht, wie modular aufgebaute Prozessanlagen flexibel geplant, miteinander verbunden und energieeffizient betrieben werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der standardisierten, semantischen und maschinenlesbaren Beschreibung der als Process Equipment Assemblies (PEAs) bezeichneten Module.

Die im Rahmen der Konferenz veröffentlichte Arbeit trägt den Titel „Semantic PEA Datasheets for digitalised modular plant documentation“. Darin stellen die Autorinnen und Autoren die Ontologie hinter dem Semantic PEA Datasheet (SPEAD) vor. Sie ermöglicht es, technische Informationen und Dokumentationsdaten modularer Anlagen als maschinenlesbaren Wissensgraphen abzubilden. Dabei werden bestehende Standards und Richtlinien wie DEXPI und VDI 2776 berücksichtigt sowie die FAIR-Prinzipien unterstützt.

Die semantische Dokumentation schafft eine Grundlage dafür, Informationen über Betriebs- und Auslegungsparameter, Schnittstellen und die Herkunft von Daten einheitlich bereitzustellen. Damit kann sie den Informationsaustausch zwischen Modulherstellern, Anlagenbetreibern, Automatisierungsfachleuten und Genehmigungsbehörden erleichtern und die durchgängige Nutzung technischer Daten über den gesamten Lebenszyklus modularer Anlagen unterstützen. Die Veröffentlichung entstand gemeinsam mit Sebastian Tecl und Peter F. Pelz von der TU Darmstadt sowie Ingo Dietrich und Sissy Sommer von Industrial Science GmbH.